Deister- und Weserzeitung    Hameln

 

 

Klettern ist problematisch für Naturschutz“

Jürgen Bosse kritisiert Kletterkonzeption

Weserbergland-Hess. Oldendorf (pj). „Die Chance einen weiteren Pflock einzuschlagen, wurde vertan“, betonte der Naturschutzobmann des Landkreises Hameln-Pyrmont, Jürgen Bosse, als es im Kreisausschuss für Regionalplanung, Umwelt und Verkehr um die Kletterkonzeption für das Wesergebirge und den Süntel ging. „Ein so empfindliches Gebiet wie der Hohenstein muss herhalten für die Übungen einer kleinen Gruppe“, kritisiert Bosse.

Und er überzeugte, die Mitglieder des Ausschusses, denn sie vertagten den Tagesordnungspunkt, wollen nun erst noch einmal in den Fraktionen beraten, bevor die Kletterkonzeption im FFH-Schutzgebiet in der Sitzung im April erneut auf den Tisch kommt.

„Die Kletterkonzeption ist für Norddeutschland vorbildhaft, nur mit der für das bayerische Altmühltal vergleichbar“, lobte noch der Leitende Baudirektor Reinhard Müller. Hameln-Pyrmont nehme eine Vorreiterrolle ein, das Konzept könnte auch noch auf den Ith ausgedehnt werden, wo auch sportlich geklettert wird. Ein entsprechender Entwurf sei bereits in Arbeit, teilte Reinhard Müller mit.

„Im Weserbergland sind die ersten Berge, wenn man von Norden oder Westen kommt, die sich zum Klettern eignen“, stellte der Fachdienstleiter Naturschutz beim Landkreis, Rainer Halbauer, fest. Er wies darauf hin, „dass Busse mit Kletterern aus Benelux einfallen“. Das Interesse an den Kletterwänden sei gut für den Fremdenverkehr, aber problematisch für den Naturschutz, führte Halbauer aus. Die Belange der Sportler und des Naturschutzes gelte es im FFH-Schutzgebiet genau abzuwägen.

30 Felsen an denen geklettert werden könnte, wurden im Bereich des Landkreises Hameln-Pyrmont erfasst. Tatsächlich möglich ist es aber nur an wenigen Stellen. Und die meisten liegen ausgerechnet im sensiblen Bereich des Hohensteins, ärgert sich Jürgen Bosse. Die Eigentümer seien einfach übergangen worden, „und was ist mit den wilden Kletterern“, fragte der frühere Leiter des Staatlichen Forstamtes Oldendorf. „Nur den Kopf schütteln“, kann Ausschussmitglied Fritz Schnelle über das Hin und Her um schützenswerte Bereiche im Süntel. „Es ist unglaublich, wenn ich daran denke, dass vor zwei Jahren unweit des Hohensteins auf dem Dachtelfeld noch Gestein abgebaut werden sollte“ und man heute wieder über Schutzgebiete nachdenke, betonte der Kreistagsabgeordnete aus Bad Münder. Dewezet, 25.03.2004

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