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zum NDZ-Interview  “Handeln, den jeder Tag zählt!”

        • den Artikel können Sie hier aufrufen-Dewezet- NDZ  1. März 2002
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    Der Widerstand hat einen Namen: „Arbeitskreis Bad Münder“

    Bad Münder (ms). Der Widerstand gegen den geplanten Gesteinsabbau im Dachtelfeld hat einen Namen: „Arbeitsgruppe Bad Münder“. Vorderstes Ziel der Initiative: keinen weiteren Steinbruch im Wesergebirge zuzulassen. Die Gruppe setzt sich aus Parteien, Vereinen und Privatpersonen zusammen.

    „Es ist erschreckend, dass wir Münderaner dem Vorhaben der Landesregierung völlig gleichgültig gegenüberstehen“, beklagte Dirk Reinecke am späten Mittwochabend und forderte zum sofortigen Handeln auf. Kurz danach gründete sich in der Innenstadt eine Protestbewegung. Unterstützt wird sie von Elke Reineking. Die Schaumburgerin kämpft seit Jahren gegen die Eröffnung von weiteren Abbaugebieten im Weserbergland. Zum Hintergrund: Die „Arbeitsgruppe Hartgestein-Lagerstätten“ hat eine Liste mit favorisierten Kalkstein-Standorten in Niedersachsen erstellt. Das Dachtelfeld, das zu einem Drittel zum Landkreis Schaumburg und zu zwei Dritteln zum Landkreis Hameln-Pyrmont gehört, belegt den Spitzenplatz auf dieser Liste. Die Waldfläche im Süntel soll im neuen Landesraumordnungsprogramm als 120 Hektar großes Rohstoff -Vorranggebiet ausgewiesen werden. Dirk Reinecke: „Wird im Dachtelfeld abgebaut, hört man die Sprengungen bis ins Sünteltal. Ganz zu schweigen von den Lastwagen, die dann durch Bad Münder rollen. Das Dachtelfeld ist für uns wie ein Naturschutzgebiet. Es sichert die Trinkwasserversorgung auch für nachfolgende Generationen. Wenn wir jetzt still sitzen bleiben, machen wir einen Fehler, den wir niemals korrigieren können.“ Die neu gegründete Arbeitsgruppe gehört zu der „Aktionsgemeinschaft Weserbergland“. Damit setzen die Münderaner ein Zeichen: Sie wollen nicht nur das Dachtelfeld retten, sondern sprechen sich gegen jeden weiteren Gesteinsabbau in der Region aus. Elke Reineking: „Wenn wir nach dem St.-Florians-Prinzip handeln – „Verschon mein Haus, zünd‘ andre an“ – kommen wir nicht weiter. Treten wir zusammen auf, sind wir sehr viel stärker.“ Die Gruppe verteufelt dabei nicht Steinbrüche generell, sondern nur die Ausweisung von neuen Flächen. Aktivist Helmut Fasse: „Unsere Region verkraftet keine weiteren Wunden mehr.“ Die erste Aktion der Gruppe: Am Mittwoch, 6. März, findet ein Fußmarsch zum Dachtelfeld statt. Die Wanderung beginnt um 15 Uhr beim Langenfelder Forsthaus. Fasse: „Wir wollen das betroffene Gebiet zeigen und darüber informieren.“ Die Wanderung ist öffentlich, eine Anmeldung nicht nötig. Unterschriften-Listen liegen ab heute in Geschäften und Unternehmen aus. Zusätzlich sollen Vereinsvertreter weitere Exemplare erhalten. Die Listen können auch per Email bei Dirk Reinecke unter „daevdr@aol.com“ anfordert werden. Neue Deister-Zeitung, 01.03.2002