Die am 22. September 2004 beim Landkreis Schaumburg eingereichte Stellungnahme

    Aktionsgemeinschaft Weserbergland - Schaumburger Freunde, Elke Reineking, Unterer Weg 2, 31737 Rinteln  Telefon: 05152-2156

    An den Landkreis Schaumburg

     

    Zum Gesteinsabbau im Weserbergland im Bereich der Stadt Rinteln

      • Hier: Ablehnung der Löschung des Landschaftsschutzgebietes im Kames-Hügelland
      • zum Expansionsantrag einer kiesabbauenden Firma im Möllenbecker Wald

    Begründung:

      • Rohstoffsicherung um jeden Preis?

    9 im Betrieb befindliche Steinbrüche und Kiesgruben befinden sich bereits im Bereich der Stadt Rinteln, die über noch zum Teil erhebliche bereits genehmigte Erweiterungsflächen verfügen. Allein diese Zahl möge anschaulich verdeutlichen, was uns an Landschaftszerstörung in unseren Höhenzügen und in der Weserniederung für die unmittelbare Zukunft an Landschafts- und Kulturraumzerstörung noch erwarten wird. Verwiesen sei hier auf die von uns bereits herausgegebene Dokumentation, die den Fraktionen bereits vorliegt, und in der die Problematik anschaulich verdeutlicht wird, sowie auf die detatillierte und sehr umfassende Darstellung auf der Homepage: www.Weserberge.de

    Einzeln betrachtet mögen diese Abbaustätten verträglich sein, doch im Zusammenspiel und der Konzentration werden sie zunehmend auch eine Gefahr für den Naherholungsraum und damit für den Tourismus, von dem die Stadt Rinteln und der Einzelhandel nicht unerheblich profitiert.

      Erinnert sei in diesem Zusammenhang z.B. an die große Gästezahl im Erholungsgebiet Doktorsee, die treffliche Werbung der Stadt für ihre Fußgangerzone an Fahrradtouristen und Kunst und Kulturinteressierte, sowie an Wassersportbegeisterte, sowie Wander- und Naturfreunde, die schon traditionell zu den Besuchern unserer Region gehören. Klippenturm, Schaumburg und Paschenburg und auch das Wandergebiet im Kameshügel sowie dem Taubenberg seien hier genannt.

    Unserer Meinung nach wird diesem Rintelner Wirtschaftszweig durch den fortschreitenden Bodenabbau diese wesentliche Grundlage entzogen. Sollten jetzt auch noch die letzten schützenswerten Landschaftsräume zum Vorteil einiger weniger Profiteure geopfert werden, droht Rinteln als Naherholungsgebiet hier doch realistisch bedtrachtet der endgültige Zusammenbruch in die touritische Bedeutungslosigkeit.

    Die Rohstoffgewinnung ist durch in der Einzelbetrachtung harmlos anmutenden Erweiterungsanträge, in der Gesamtbetrachtung der Vielzahl und in der Konsequenz dann erreichten Größe der Abbauflächen, allerdings bereits zu einer regelrechten Gefahr für unsere Region geworden, dessen Kompensation schon jetzt einer kaum noch zu leistenden Anstrengung vermag.

    Schon vor diesem beschriebenen Hintergrund ist jeder weitere Wunsch auf Expansion eines bestehenden, sowie auf einen neuen weiteren Standort zur Gewinnung von Rohstoffen, sei es nun Hartgestein oder Kies aus unserer Sicht entschieden abzulehnen. Auch im Kames-Hügelland. Wir können es uns schlicht und einfach nicht mehr leisten.

    Hinweisen möchte ich in diesem Zusammenhang auch noch auf das vom Land Niedersachsen geplante Rohstoff-Forum, zu dem die Aktionsgemeinschaft Weserbergland-Schaumburger Freunde, aufgrund unserer Anstrengungen und Bemühungen um den Erhalt unserer letzten Natur- und Erholungsräume in unserer Heimatregion eingeladen worden ist, mitzuwirken. Innerhalb dieses Forums soll diese Problematik richtungsweisend behandelt und diskutiert werden. Unser Motto ist:”Von uns gibt es keinen einzigen Berg mehr!”

    Schaumburg, den 22.September 2004

    Elke Reineking (Sprecherin)             

 

  Die zweite Stellungnahme zum Antrag nach Aufforderung und Einsicht in die UVP