In der Schaumburg-Lippischen Landeszeitung und Schaumburger Zeitung    am 4.12.2004

 

Es kommt noch dicker

Zu: ”Behördenexodus - Was bleibt in Rinteln?” vom 2.Dezember

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Fast nichts! Denn neben der Verlagerung von Behörden und Betrieben müssen wir ja auch noch die hemmungslose Ausschlachtung von Landschaft und Natur durch die abbauende Industrie hinnehmen. Es ist damit sogar noch schlimmer, wie ein Blick auf den in der gleichen Ausgabe stehenden Artikel “Bis 2012 werden weitere 62 Hektar ausgekiest” zeigt.

Für die ehemalige Kreisstadt Rinteln, ein historisches Verwaltungszentrum im einstmals wunderschönen Landschaftsraum, wird es also noch dicker kommen, sind wir für Niedersachsen doch zum Rohstofflieferanten Nr.1 geworden, in dem sich die längst europaweit agierende Abbauindustrie im Schulterschluss mit den Landkreis- und Landesbehörden hemmungslos bedienen darf.

So wurde in Todenmann und Hohenrode in jüngster Zeit weiteren Expansionswünschen entsprochen, im Möllenbecker Wald soll weiter abgebaut werden, und rund um das “Erholungsgebiet” Doktorsee stehen ebenso Rohstoffbegehrlichkeiten an.

Insgesamt 13 gigantische Kieslöcher und Steinbrüche in und um Rinteln graben also, neben dem Exodus der Behörden, auch dem zarten Pflänzchen “Tourismus” sprichwörtlich den Boden unter den Füßen” ab.Und wenn dann auch noch mit den Luhdener Klippen (Klippenturm), dem Oberberg und dem Möncheberg (Schloss Schaumburg,Paschenburg)die letzten intakten Rintelner Weserberge geopfert werden, dann ist in Rinteln gar nichts mehr zu holen!

Dann gibt es auch keine für den Tourismus brauchbaren Natur- und Landschaftsräume mehr! Ausgenommen natürlich die “Steintreppe auf dem Messingberg” von wo aus wir das ganze Elend dann betrachten dürfen. Laut Gutachten soll dieser Teil des Berges ja nicht abrutschen.

Elke Reineking, Schaumburg