Leserbrief erschienen am 23.Februar 2006 in den Schaumburger Nachrichten

 

    zum Leserbrief zur Berichterstattung über die Tagung des “Naturparks Weserbergland” - Park muss man auch pflegen”   hier der Brief zur Naturparktagung

 

 

     

Landschaft verliert ihr Gesicht!

 Barbarischer Umgang mit den Wäldern des Weserberglandes

Dem Verfasser ist zuzustimmen: Weitere Erschliessungen im Weserbergland sind überflüssig. Es ist bereits genug Natur “erschlossen” und damit irreversibel zerstört worden - nicht nur durch die erwähnte drohende Errichtung von Windrädern oder durch den Gesteinsabbau ( in diesem Zusammenhang sei das Desaster am Messingsberg erwähnt), sondern vor allem durch eine zunehmende Zersiedelung der Landschaft. Die forcierte Einrichtung von Gewerbeparks, ganz akut derzeit in Lauenau, hat dazu geführt, dass Ortschaften zunehmend ihr Gesicht und ihre ursprüngliche Einbettung in der Landschaft verlieren. Zusätzlich kann man eine gewisse “Verslumung” beobachten. Ob das Tourismus förderlich ist, darf bezweifelt werden.

Ein anderes Ärgernis, das bisher in der Presse kaum angesprochen wurde, ist der barbarische Umgang mit den Wäldern des Weserberglandes. Seit etwa drei Jahren laufen im Winter wie im Sommer in allen umliegenden Waldgebieten intensive Fällaktionen.

Als ein Beispiel sei hier der Süntel genannt. Hier gibt es zahlreiche Waldbezirke, etwa zwischen Langenfeld und Dachtelfeld, die innerhalb kürzester Zeit schon zum dritten oder vierten mal heimgesucht werden.

Die schönen großen Buchen, Baumriesen, die einmal für dieses Süntellandschaft kennzeichnend waren, sind verschwunden. Inzwischen werden Bäume jeden Alters gefällt. Nach dem Abholzen sieht das betroffene Waldgebiet aus wie ein Schlachtfeld. Der Boden ist mit Astwerk, zum Teil mit ganzen Baumkronen und zersplittertem Jungholz übersät.

Dort, wo Schneisen in den Wald getrieben wurden, ist das Gelände aufgerissen und von tiefen Spurrillen durchzogen.

Auf die Waldbodenflora ( Märzenbecher, Lerchensporn, Seidelbast, Leberblümchen, Pilze) wird nicht die geringste Rücksicht genommen. Während die Forststraßen wieder geräumt werden, bleiben auf kleineren Wegen, z.B. auf dem Weg von der Blutbachquelle zur Südwehe, die Fallrückstände einfach liegen.

Der Wald kommt nicht zur Ruhe. Große Gebiete sind wegen Holzfällung auch im Frühjahr, also während der Brutzeit der Vögel, wochenlang gesperrt. Wanderungen sind kaum durchführbar. Auf dem Naturparktreffen sprach Forstdirektor C. Weigel von den “schönen Buchenwäldern” im Naturpark Weserbergland. Man hat den Eindruck, der Mann sitzt zu viel im Büro.

Dr. Peter Hornig, Pohle..

 

 

 

      Anmerkung der Aktionsgemeinschaft Weserbergland zum Wald: 

    Es tut dem Heimat-, Wander- und Naturfreund nur noch weh, wenn er sieht, was aktuell in und mit unseren Wäldern passiert und wie wenig offensichtlich die verantwortlichen Forstbediensteten -  vom Grundverständnis des Berufes her Hüter, Bewirtschafter und Pfleger unserer wertvollen Waldlandschaften - noch in der Lage sind, den landespolitisch aufgezwungenen wirtschaftlichen Vorgaben (?!) gegenzusteuern. Ein Trauerspiel ist es, befürchten zu müssen, dass die Bediensteten vor Ort darauf mittlerweile auch keinen Einfluss im guten Sinne mehr nehmen,  nehmen können, geschweige denn haben. Oder doch ?!

    Wer nur noch von einem Jahr aufs`andere wirtschaftlich denken darf und dieses sogar wenn es um den Wald geht  - als würde eine Buche in einem Jahr erntereif wachsen- produziert damit die Kahlschläge und die roten Zahlen ab 2007!

    Wir alle im Weserbergland werden bestraft durch diese aufgezwungene Kurzsichtigkeit mit ihren so schrecklichen Auswirkungen für unsere Lebensgrundlagen und Lebensqualität. Helfen sie mit, unser so einzigartiges Naturerbe in den bewaldeteten Höhenzügen auch zum Nutzen für einen funktionierenden, naturnahen Tourismus im Naturpark Weserbergland zu bewahren.Elke Reineking

    Am 21. März jeden Jahres ist “Internationaler Tag des Waldes”  Infos aus Niedersachsen von 2009