Leserbrief,      erschienen am 9.Juli 2005 in der SZ

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    Vertrauensfrage des Bundeskanzlers

Verfassung als politisches Kaugummi Vertrauensfrage - “tour de farce” ..

Die Vertrauensfrage - la tour de Farce!

Die einen treten nun wieder im Sattel in die Pedale und vollbringen unglaubliche sportliche Leistungen, die anderen sitzen im Parlamentssessel des Bundestages und leisten sich unglaubliche politische Fehltritte mit einer Wahlmanipulation post mortem.

Die Verfassung als politisches Kaugummi: von links nach rechts durchgekaut und ausgelutscht, dann aufgeblasen, geplatzt und unters Rednerpult geschmiert...

“Das Volk will wählen....”Um Himmels Willen - Wen oder was denn? Etwa eine der Regierungsparteien mit einem Kanzler auf der Flucht und einem Vorsitzenden, der in seiner Rede die Verfassung mit einem süffisanten Lächeln ad absurdum führt, als hätte er dem Bundespräsidenten einen Klingelstreich gespielt?

Der Vizekanzler braucht gar keinen Bundespräsidenten und verkündet die Neuwahlen lieber gleich selber. Und die Opposition? Herr Westerwelle ist so beliebig wie die Wettervorhersage.Und Frau Merkel...? Wenn man in Köln auf Öl stieße, würde sie keine Sekunde zögern, hinter den Herren Bush und Blair ins Rheinland einzumarschieren, um die Welt von der Bedrohung durch Kamel-Kanonen zu erlösen. Lafomtaine, Gysi und andere politische Wunderheiler sind alles andere als eine Alternative.

Die eigentliche Vertrauensfrage ist tatsächlich an die Demokratie und unsere Verfassung gerichtet. Im Bundestag haben sie verloren.

Thorsten Grau, Heeßen