Leserbriefe

I                    In der NDZ Neue Deisterzeitung am 06.Juni 2012:

    Haben Landwirte bei einer Aschedeponie das Nachsehen?

    Zur Berichterstattung über die Position des Wasserverbandes Bakede in der Deponiefrage vom 2.Juni.

    Wetterextreme wie Starkregen und Dürreperioden sind auch bei uns zunehmend zu beobachten. Experten sind sich einig: In Zukunft wird es mehr Niederschläge im Winterund erheblich trockenere Sommer als bisher geben. Unsicher ist, ob die Grundwasserbildung auch in Zukunft ausreicht, um die Versorgung in Trockenperioden zu gewährleisten. Die Sicherstellung der landwirtschaftlichen Produktion mit Blick auf diese neuen klimatischen Herausforderungen ist lebensnotwendig. Denn nur so kann die Nachfrage nach Lebensmitteln und letztlich auch die Existenz der Landwirte sichergestellt werden. Landwirtschaftliche Fachpuplikationen gehen davon aus, dass Bewässerung von zentraler Bedeutung sein wird, um den Verlust von Ackerflächen zu verhindern und um deren Produktivität zu erhalten. Aber woher soll das Wasser kommen ? Die Versorgung der Bevölkerung wird hoffentlich an erster Stelle stehen. Aber auch der Wasserverbrauch einer Aschedeponie im Steinbruch Hamelspringe ist nicht mehr zu beeinflussen, wenn eine Genehmigung erst einmal erteilt wurde. Zum Vergleich: Die Bevölkerung in Hamelspringe, Bakede, Böbber und Egestorf benötigt jährlich etwa 120000 Kubikmeter Wasser. Eine Aschedeponie würde zusätzlich circa 60000 Kubikmeter verbrauchen. Es drängt sich die Frage auf, ob es angesichts der Zukunftsaussichten zu verantworten ist, Grundwasser in Trinkwasserqualität dafür zu verwenden, um Filterasche aus Kraftwerken deponiefähig zu machen. Sollte der in Zukunft zu erwartende Verbrauch für die Versorgund der Landwirtschaft nicht Vorrang haben? Viele Landwirte entscheiden in ihrer Eigenschaft als Forstgenosse am 7. Juni nicht nur über Trinkwassergefährdung, Landschafts- und Naturschutzgebiete sowie über Verkehrs- und Staubbelastungen. Stimmen sie für die Einrichtung der Aschedeponie, dann laufen sie Gefahr, die künftigen Produktionsbedingungen ihrer eigenen Betriebe negativ zu beeinflussen. Vielleicht trifft sie das nicht (mehr) persönlich, aber was ist mit ihren Kindern beziehungsweise Betriebsnachfolgern?   Andrea Frödrich  Egestorf

    und ebenfalls am 6. Juni 2012 in der NDZ:

    Steinbruch als Versuchsfeld?

    Zum Thema “Asche-Deponie” bei Hamelspringe

    Bei näherer Beschäftigung mit der Deponie-Problematik wachsen zwangsläufig die Zweifel, ob uns die GfR tatsächlich “nur” Kraftwerksasche vor die Haustür fahren will: In der Präsentation im März 2012 hat die Firma die Errichtung einer Aschedeponie “entsprechend einer Deponie der Klasse I angekündigt. Ganz am Schluss wird unter “weiterem Vorgehen” die “Erarbeitung eines Genehmigungsantrages für die Errichtung und Betrieb einer Abfallbehandlungsanlage im Steinbruch Hamelspringe” angekündigt. Nun muss man zweierlei wissen: In einer Deponie der Klasse I kann bis zu 20 Prozent auch Abfall der Klasse III (Sondermüll) entsorgt werden, wenn man ihn mit Wasser und Kraftwerksrückständen vermischt. Hieru benötigt man - welch Überraschung - eine Abfallbehandlungsanlage. Das Internet ermöglicht den Zugriff auf einen Beitrag von Herrn Dr. Zingk zur “Praxistagund Deponie” vom Dezember 2010 über die Einsatzmöglichkeiten von Kraftwerksrückständen. Darin heisst es unter anderem:”Die spezifischen Eigenschaften dieser Kraftwerksrückstände erlauben je nach Typ den Einsatz ... zur Konditionierung und Behandlung von Boden und Abfällen ..So lassen sich beispielsweise schwermetallhaltige Aschen aus Hausmüllverbrennungsanlagen mit einem von der GfR speziell dafür entwickelten Behandlungsverfahren so weit verbessern, dass diese auch auf Deponien der Klasse I abgelagert werden dürfen.” Auf der Website der GfR lassen sich Listen von “Verbrennungsrückständen und Rauchgasreinigungsrückständen” beziehungsweise “Schlämmem” herunterladen, mit der diese Firma arbeitet. So zum Beispiel gefährliche Galvatik- oder Ölschlämme. Die aussagefähigen Abfallschlüssel der aufgeführten Müllarten sind bezeichnenderweise nicht angegeben. Soll der Steinbruch Hamelspringe ein Versuchsfeld für die Behandlung von Abfällen werden? Will man Sondermüll unter die Asche mischen? Und wenn nicht, warum braucht die GfR dann eine Abfallbehandlungsanlage, die doch offenbar etwas anderes ist als eine einfache “Anfeuchtungsanlage” in unserem Steinbruch. Wer sich weiter informieren möchte sollte sich im Internet unter “Entsorgungsatlas NRW” informieren.   Beatrix Taube Hamelspringe

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zum Artikel in der SZ vo m 2.12.2005: Appell der NABU  “Kamm nicht beseitigen!”

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Endlich Einfluss nehmen und Steinbruch schliessen!

Gedanken zum Luftkurort Steinbergen - Das  war einmal!

Die Steinbruchgesellschaft möchte den Kamm des Berges um wenigstens 20 Höhenmeter abtragen, um weiter Nutzen aus dem Abbau des Berges zu haben.

Sie haben in der Hinterhand natürlich ihre von ihnen bezahlten Gutachter, die wieder schöne Pläne vorlegen, wie der Bergabtrag oben zu bewerkstelligen sei und dass doch alles nicht so schlimm sei und auch so gemacht werden müsste. Klar, das kennen wir schon daraus, dass die bisherigen Gutachten nach den ersten Bergrutschen vor einigen Jahren nichts wert waren.

D as muss man sich einmal vorstellen, eine reiche Bergbaugesellschaft, die in Norddeutschland  22 Steinbrüche betreibt, die z.B. am Riesenberg bei Langenfeld im Wesergebirge über einen gewaltigen Steinbruch verfügt, kann es nicht über das 

- nicht vorhandene  -  Herz bringen, den Steinberger Steinbruch mit dem Messingberg nun endlich einmal in Ruhe zu lassen.

Jahrzehntelang ausgebeutet, den Berg halbiert und nun wollen sie auch den geringfügigen Rest im Osten des Berges noch zerstören. Damit wäre in der Kammlinie von Süden, vom Wesertal aus betrachtet eine große Lücke. 

Dies Steinbergen, einst ein reizvoller Luftkurort, das durch den gewaltigen Verkehr auf zwei Bundesstrassen, durch die Verlotterung des Arensburger Parks, durch den Wegfall des idyllischen Freibads jenseits der Arensburg, schon fast total den Bach hinunter gegangen ist, soll nun auch noch durch die Gierigkeit der Steinbruchbetreiber weiter beschädigt werden.

Der Berg darf nicht weiter angetastet werden, der vorhandene Steinbruch muss geschlossen werden. Er sollte dem Vernehmen nach, sowieso weiterhin automatisiert werden, dass man auch die höchstens 10 jetzigen Produktionsarbeiter dort fast alle nicht mehr braucht und Gewerbesteuer an Rinteln wird auch nicht gezahlt, habe ich gehört.

Ich hoffe, dass die hier ansässigen Kommunalpolitiker auf die Entscheidung des Landkreises Einfluss nehmen, dass der Berg nicht weiter angetastet und der Steinbruch geschlossen wird.

Und Herr Landrat Schöttelndreier mit seiner Kreisverwaltung könnte schließlich nach seiner Schädigung des Wesertals durch die Genehmigung zur Zerstörung des Möllenbecker Berges hier auch einmal was am Rintelner Raum gutmachen.

Steinbergen gehörte schließlich einmal zu Schaumburg-Lippe, dessen Raum ihm doch so besonders am Herzen liegt.

Dipl.-Volkswirt F. Eix, Rinteln-Steinbergen am 5.12.05