Leserbrief, erschienen in der SZ,Dewezet am 04.09.2002

 

 

Eine Einladung zum Totentanz am Riesenberg
Zu: Rock around Riesenberg

Die Steinbruchindustrie lädt uns zum Totentanz, nämlich für den Riesenberg im Hohensteingebiet. Dort veranstalten die heimischen Berge-Zerstörer am 7. September ein Rock around Riesenberg. Zu harter Musik dürfen wir dort ihr weit vorgeschrittenes Zerstörungswerk an diesem Berg besichtigen.

Wer so dicke in den Steinbrüchen sitzt wie die Steinberger Steinbruchfirma SSS sollte nicht auch noch sozusagen mit Steinen um sich schmeißen. Denn dieses dummdreiste Rock around Riesenberg-Spektakel mutet an wie eine schallende Ohrfeige in das Gesicht der Öffentlichkeit des Wesertals. Immerhin haben hier weit mehr als 10.000 Bürger schon durch ihre Unterschriften dokumentiert, dass sie eine weitere Zerstörung ihrer heimatlichen Berge ablehnen.

Nun wollen uns die Herren der Steinbrüche auch noch mit Spaß- und Tanznummern verhöhnen. Es mangelt ihnen an beidem, nämlich sowohl an Gefühl für die Natur als auch für die Gefühle der Menschen. Ihr gnadenloses Profitstreben hat sie offenbar schon weitgehend denaturiert. Ich nenne sie auch heimliche Jugendverderber, denn mit ihrem Rockfest verführen sie Jugendliche dazu ihr Zerstörungswerk unserer Berge auch noch schön und gut zu finden. Das gleiche Marketingverfahren wie bei den Steinzeichen, die ,Aufwertung des zerstörerischen Schlechten durch ein paar hingeworfene Brocken Unterhaltung!

Es wird vor der Landtagswahl im nächsten Februar dann bald Zeit, dass die Politiker unseres Raumes klar Farbe bekennen, ob sie dem geplanten weiteren maßlosem Zerstörungswerk einer Handvoll von Steinbruchfritzen bzw. -konzernen und einiger profitierender Grundeigentümer (z.B. dem Fiskus; aber auch z.B. seine Durchlaucht, der Bückeburger Fürst verdient am Messingberg seit Jahrzehnten bei jeder Tonne Steine fleißig mit) weiter mit ihren langfristigen Raumordnungsplanungen dienlich sein wollen.

Es reicht uns mit der Zerstörung der heimatlichen Weserberge. Die Steinbruchfirmen usw. haben seit Jahrzehnten ihren Profit bezogen aus der Natur hier, die schließlich uns allen Kraft Natur- und Heimatrecht gehört. Einmal muss schließlich Schluß sein mit der planerischen Vorsorge auf Jahrzehnte für ein paar Kinder/Kindeskinder der Herren Steinbruchunternehmer. Die politischen Weichen müssen endlich einmal gestellt werden für Recycling von Steinen, für die sparsame Verwendung von Schotter, für die Suche nach Ersatzmaterial und evtl. auch für den Import aus menschenleeren Gegenden. Das wäre naturschonend und brächte auch mehr Arbeitsplätze, mehr als ein hochautomatisierter neuer Steinbruch mit seiner Handvoll Menschen.

Frederik Eix, Rinteln-Steinbergen

Die verheerende Spur der Steinbruchindustrie in den Weserbergen: Hier Klicken