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Leserbrief erschienen 8.Mai.2002 in der Landezeitung und Schaumburger Zeitung |
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Ministeriale Sprechblase Die Äußerungen der Witschaftsministerin zum Gesteinsabbau im Weserbergland ist eine Sprechblase und keine Antwort. Dass der Abbau von Hartgestein in Wesergebirge und Süntel schon aus Rechtsgründen fortgesetzt wird, weil weitreichende Abbaugenehmigungen vorliegen, ist den Steinbruchgegnern bekannt und wird von ihnen akzeptiert. Die Versorgung der niedersächsischen Wirtschaft mit derartigen Rohstoffen ist damit für lange Zeit sichergestellt. Den Freunden des Weserberglandes geht es darum, die Aufschließung neuer Steinbrüche zu verhindern, von denen aus neben Niedersachsen auch Nordrhein-Westfalen (das keine neuen Steinbrüche mehr zulässt), ganz Norddeutschland und die Niederlande beliefert werden, mit entsprechendem Schwerlastverkehr quer durch Niedersachsen. Der geplante Steinbruch am Dachtelfeld würde ein Areal mit einer Länge von zwei Kilometer beanspruchen. Da das unmittelbare Umfeld von Steibrüchen üblicherweise verwahrlost, würde durch diese Maßnahme ein Naherholungsgebiet ruiniert, das für das Schaumburger Land und die Weserregion aus vielerlei Gründen (von denen die Landesregierung leider keine Kenntnis nimmt) unersetzlich ist. Die Wirtschaftsministerin kennt diese Situation. Wenn sie sich dazu nicht konkret äußert, bedeutet das, dass sie Abbauplänen der geschilderten Art keinen Widerstand entgegensetzen, sondern sie eher fördern wird. Frau Dr. Knorre ist in Nordrhein-Westfalen geboren, hat in Hamburg und Basel studiert und ihre Verwaltungserfahrung in Rheinland-Pfalz gewonnen. Vor ihrer Berufung in das Ministeramt war sie für einen Konzern tätig, dessen Haupttätigkeit darin besteht, Kunden für die Buchung von Fernreisen zu gewinnen. Dieses Vorhaben wird zugegebenermaßen gefördert, wenn die Heimat der Kunden immer unattraktiver wird. Unter diesen Umständen ist nicht damit zu rechnen, dass Frau Dr. Knorre ein Herz für Niedersachsen und seine Landschaft hat. Ich glaube allerdings, dass sogar diese Nichtniedersächsin anderen Sinnes würde, wenn sie sich einmal die Großsteinbrüche unserer Region und das geplante Abbaugebiet ansehen würde. Aber das ist ja leider angesichst ihrer sicher wichtigeren Termine nicht zu erwarten. Es bleibt zu hoffen, dass die Interessen der Bevölkerung in der Landesregierung auch durch Minister vertreten werden, die unser Land mögen und dem Erhalt seiner Landschaft den gebührenden Stellenwert einräumen. Freilich wäre dafür vonnöten, dass der ministerielle Horizont weiter ist als der Blick vom höchsten Kirchturm des Wahlkreises. Dr. Fritz-Richard Bartels, Heeßen
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