Leserbrief       erschienen am 7.Aug. 2004

Zum Thema: Kiesabbau im Kames-Hügelland     siehe Kahlenberg hier klicken

 

Geht man bei der Rohstoffgewinnung über Leichen?

Absage an weiteren Kiesabbau!

Welche Aufgabe hat der Landkreis Schaumburg beim Kiesabbau der Firma Reese im Zusammenspiel mit dem Dachsteinhersteller Braas zu erfüllen? Er muss den Anordnungen des Landes Folge leisten, ohne Rücksicht auf die Natur und die dort lebenden Menschen. Es ist schon ein Trauerspiel: Eine Firma wie Braas hat die angedrohte Produktionsverlagerung und eine Verringerung des Personals von 130 auf 65 Arbeitsplätze dazu verwandt, einen weiteren Kiesabbau in Möllenbeck und Krankenhagen bei der Landesregierung (Lobbyismus) durchzudrücken, obwohl in den letzten Tagen wieder über weiteren Personalabbau gesprochen wird.

Wenn die Eigenheimzulage nicht mehr gezahlt wird und die Bautätigkeit in unserem Land spürbar nachlässt, kommt der Tag, wo man uns mitteilt, das Werk macht zu - und der Kies im Möllenbecker Wald ist abgebaut und wurde in alle Welt verstreut. Bei der Rohstoffgewinnung geht man über Leichen. Die Arbeitsplätze sind nicht mehr das Wichtigste, sondern nur der Profit. Die Obere Naturschutzbehörde könnte man sich sparen, sie ist und bleibt immer zweiter Sieger.

Ach nein - ich vergaß den Thingplatz in Krankenhagen. Hier kann man sich eine neue Strategie ausdenken, wie man nach Ansicht der Geologen Norddeutschlands einzigartige Kameshügellandschaft - eine Hinterlassenschaft der Eiszeit - noch retten kann.

Man muss das Anliegen der beiden Firmen, einen weiteren Kiesabbau im Möllenbecker Wald und die Straßensperrung, politisch und wirtschaftlich ablehnen. Man kann nur hoffen, dass die Mehrheit in Rat und Verwaltung der Stadt Rinteln diesen Vorschlägen folgt.

Hartmut Bauer, Krankenhagen