Leserbrief zum Thema “Gesteinsabbau”

    erschienen am 28.Februar 2002 in der Schaumburger Zeitung

    Freier Blick bis Rom

    Sehen wir es doch mal anders: Nördlich von uns ist alles flach, trotzdem gibt es dort ansehnliche Behausungen. Wenn das Wesergebirge erst platt gemacht ist, folgen Hügelchen wie Rhön und Spessart. Bei den Alpen könnte es schwieriger  werden mit dem Abschleißen, aber mit heutiger Technik sicher machbar.

    Und dann - endlich - haben wir freien Blick nach Rom

    Hanne Hohmann, Rinteln                                                

           Leserbrief, erschienen in den Schaumburger Nachrichten am 22.12.2004

 

Schluss machen mit dem Gesteinsabbau

zum Bericht “Steilwand stürzt auf 300 Metern Länge ein” vom 13.Dezember

Oft nähere ich mich auf meinen Reisen von Norden her kommend dem Schaumburger Land. Lange, bevor es soweit ist, warte ich auf das Auftauchen der Berge am südlichen Horizont und bin wieder glücklich, wenn mich die Berge der Heimat aufs Neue umgeben. Das Bergland hat eine fein gegliederte Struktur, fast filigranartig. Vom Flugzeug aus ist es am besten erkennbar, wie fein, ja verletzlich und deshalb schutzbedürftig. Aber wird es geschützt?, fragt sich der Beobachter, wenn er beispielsweise von Obernkirchen über Buchholz ins Wesertal nach Rinteln fährt. Freilich gibt es viele solcher Stellen, die, Wunden gleich, von Gewalt - statt von Schutzmaßnahmen zeugen. Die Pläne für weitere derartige “Sünden” liegen schon in den Schubladen.

Ich sage “Sünden” und meine es auch so. Ich würde auch gerne vergeben, aber ich weiß nichts von Reue, nur von trotzigem Widerstand, geheimer Raffgier und raffinierter Verschleierung: Aufpolierung des Firmenimages durch Werbung, Bau eines Aussichtsturmes (gegenüber steht schon einer), Veranstaltung von Konzerten (veranstaltet für eine Klientel, deren Kritikfähigkeit solcherart eingelullt werden soll ), Darbietung von “Naturparadiesen aus zweiter Hand” durch Medien, ja sogar interreligiöse Diskussionsforen. Was für ein Aufwand, nur um sich und seine Geschäfte unangreifbar zu machen! Wirklich schade, dass sich auch Segmente von Politik und Kirche in diese offensive Geschäftspolitik einspannen lassen. Aber was Wunder, nach allem was über die Verflechtungen politischer und wirtschaftlicher Interessen, auch von Einzelpersonen neuerdings bekannt geworden ist.

Bevor gehandelt, das heißt abgebaut wird, werden im Halbdunkel Gesetze gezimmert, die der Ausführungen der Planung den Anschein der Rechtmäßigkeit verleiht. So jedenfalls muss es dem außenstehenden Bürger erscheinen.

Die sattsam bekannte Kritik der Kritiker will ich einmal vorwegnehmen: “Der autofahrende Bürger will mehr Straßen”, Aber was inzwischen alle wissen, geben die Nutznießer des Gesteinsabbaus vor, nicht zu wissen. Mehr Straßen, mehr Lärm, mehr Bodenversiegelung, mehr Überschwemmung, geringere Grundwasserqualität, mehr CO2-Ausstoß, mehr Klimaverschlechterung, mehr Naturkatastrophen. Meine Güte: Schon jeder Grundschüler bekommt dieses Wissen vermittelt! Die Steinbruchbetreiber aber handeln so, als wüssten sie von alledem nichts.

Und noch etwas: Die Erlöse aus den Gesteinsverkäufen sind von uns aufgebrachte Steuergelder, vom Staat abgezweigt und einem Zweck zugeführt, den wir als Bewohner der betroffenen Region und als mündige Bürger nicht billigen.

Machen Sie also Schluss mit dem Gesteinsabbau, meine Herren, und warten Sie nicht, bis die Natur, der Gewalt angetan wurde, zurückschlägt.

Alfred Hänsel, Rinteln

 

    Franny and the Fireballs und  Suzi and the seniors aus Hamburg

    Für die Aktionsgemeinschaft Weserbergland - Unsere alte Heimat Schaumburg

    Rettet die Weserberge!!!

    Herzlichst

    Franny and the Fireballs und Suzie and the Seniors

    Hamburg, den 8.1.2005