Schaumburger Zeitung - Blauer Montag

Montag, 13.Juni 2005

Identität im

Schlussverkauf

Von Ulrich Reineking

Tränenfeuchten Blickes kommen speziell aus Richtung Stadthagen immer wieder mal ansonsten supercoole Politiker und Würdenträger daher, um mit allen Anzeichen hochgradiger Gefühligkeit eine “Schaumburger Identität” zu beschwören, die alte Gegensätze zwischen den ehemaligen Landkreisen verschwinden lasse.

Gelegentlich ist man ja um des lieben Friedens willen auch als Grafschafter bereit, sich diese Position schön zu trinken. Gerührt streckt man den Stadthägern die Hand entgegen - und prompt findet sich dort jemand, der die Tür so hammerhart zuschlägt, dass diese Hand auf schmerzhafteste Weise zerquetscht wird.

Jüngstes Beispiel ist die Art und Weise, in der sich der Landkreis über alle Bedenken im Südkreis hinwegsetzt, weiterhin als bundesweites Rohstoff-Depot von Stein, Kies und Sand missbraucht zu werden. Dieser Streich, der hat gesessen - und belegt wieder, welch hohle Phrase “Schaumburger Identität” sein kann.             

Schmerzlich erinnern die auf diese Schimäre Hereingefallenen sich jetzt wieder daran, wie schnell manche Kreispolitiker ihre “Schaumbürgschaft” vor einigen Monaten abgelegt haben, als es in der Frage eines einheitlichen Schaumburger Wahlkreises zum Schwur kam und eben diese Maulhelden sich von ihren hannöverschen Vortänzern die Identität für ein Linsengericht abkaufen ließen.                  

Belustigend immerhin, dass zumindest der Große Vorsitzende der Union die zugesagte Speise nicht genießen kann und jetzt für den Bundestag lieber einen treuen Schluffen aus der zweiten Reihe vorschickt - dabei in Kauf nehmend, die Schaumburger Präsenz im Landtag entscheidend zu schwächen, so wichtig ist diesen Gefühlsathleten ihre vielbeschworene Identität!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Homepage der Aktionsgemeinschaft Weserbergland - Schaumburger Freunde