Leserbrief

 

“Unwissenheit schützt vor Strafe nicht”

    Nachdem der Kamm der Wülpker Egge bereits das Weite gesucht hat und im Laufe der Stabilisierungsmaßnahmen (Abtragung) dem Markt für Strassenbaumaterial zur Verfügung
    gestellt werden konnte, schickt sich auch schon die Westendorfer Egge an
    Richtung Erdmittelpunkt zu verschwinden.
    Der industrielle Abbau am Messingsberg führte Ende letzten Jahres zum Phänomen einer weiteren nacheiszeitlichen Moränenbildung im Weserbergland-vollkommen überraschend, alle Experten sind ganz verwirrt - (siehe: Katastrophe Messingsberg )
    ...
    Erläuterungen
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    1. Beispiel Backstein:
    Wenn ich einen Backstein auf ein glattes Tablett (Heersumer (Gleit) Schicht) lege,
    das Tablett dann schräg stelle (Messingsberg), rutscht der Backstein abwärts.
    Wenn ich einen zweiten Bachstein verwende, um den ersten Stein auf seiner Position zu halten, bleibt dieser oben auf der Schräge. -schön-
    Wenn ich in dieser Situation den 2. Backstein wieder entferne, knallt mir der erste auf die Füsse.
    Dieser 2. Backstein wurde am Messingsberg nach und nach weggeknabbert.
    Der erste Backstein in Form der Messingsberg-Moräne wird über kurz oder lang wiederum, ähnlich wie bei der Wülpker Egge, dem Markt für Strassenbaumaterial zur Verfügung gestellt.
    (Landschaftsschutz! Die ganz, ganz vielen Backsteine wird der städt. Bauhof Rinteln wohl nicht wegschaffen können.
    Der Abbaubetrieb sehr wohl, Marktwert 5.000.000,- Euro (in Worten 5 Millionen Euro)
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    2. Beispiel Backstein
    Wenn ich 4 Backsteine aufnehmen möchte, stelle ich sie in eine Reihe, presse mit beiden Händen die Backsteine zusammen und hebe sie auf. D.h. ich verstärke durch äußeren Druck die Reibung der Gleitschicht zwischen den Steinen und erreiche damit den Effekt von sog. Spannbeton, der z.B. im Stahlbeton-Brücken-Konstruktionen Verwendung findet. Vermindere ich diesen “Einspanndruck”, habe ich keine Chance die Backsteine aufzuheben, ebenso bricht jede Spannbeton-Konstruktion zusammen.
    Herr Prof. Dr. E. Krauter (geo-international, Vorsitzender der Forschungsstelle Rutschungen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Sachverständiger für Geotechnik des Eisenbahn-Bundesamtes) stellte in seinem aktuellen Gutachten zum Bergrutsch am Messingsberg fest, dass: “durch Teilabsprengungen”... vielmehr die seitliche Einspannung der unmittelbar anschließenden Abbauwände reduziert wurden, was letztlich zum weiteren Stabilitätsverlust in diesen Felsbereichen geführt hat.”
    .
    3.Beispiel Backstein
    Garage und Wohnhaus meines Nachbarn stehen direkt auf meiner Grundstücksgrenze. Zunächst schaufele ich mit Genehmigung der Bauaufsichtsbehörde (Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim) ein tiefes Loch neben der Garage meines Nachbarn (Wülpker Egge).
    Nachdem ich die Fundamente der Garage zerstört habe, fallen die ganzen Backsteine der Mauer in meine Grube. Die jetzt instabile Garage kann ich nach Genehmigung der Bauaufsicht auch noch abreissen. Die gesamte Menge der wertvollen Backsteine verkaufe ich anschließend zu Marktpreisen.
    Frage:
    Bekomme ich jetzt Ärger mit dem Nachbarn? (Gemeineigentum Landschaft) - Ach was -
    Frage:
    Darf ich so was nochmal machen?  -Natürlich-
    Also buddele ich neben dem Wohnhaus auch noch eine tiefe Kuhle aus. Hat auch geklappt,
    diesmal ein richtig dicker Brocken (Messingsberg)
    -
    .
    Keinesfalls möchte ich den hiesigen Abbaubetrieben und den Genehmigungsbehörden unterstellen, dass sie zielgerichtet nach dem 3. Beispiele vorgehen.
    Wenn dem also nicht so ist, stellt sich die Frage, ob die “Binsenweisheiten”
    aus Beispiel 1+2 nicht schon vorher bekannt waren.
    Scheinbar nicht,
    denn ansonsten sind ja derartige Fehleinschätzungen mit diesen gravierenden Auswirkungen unmöglich.
    Wenn diese Wirkungen des Abbaus von Kalkgestein Neuland für die Betreiber und Behörden sind,
    sitzen da evtl. die falschen Experten am falschen Platz? - keine Bergmechaniker, Baustatiker?-
    Sind z.B. Wirkungen auf die Stabilität einer Felswand durch Sprengungen bezüglich der Auflockerung der Schichtungen im Zusammenspiel mit dem Einfluss von Nässe auf sog. Mergelschichten auch nicht bekannt? (künstl. Gleitschicht) etc. etc.
    Der Volksmund sagt: “Unwissenheit schützt vor Strafe nicht”.
    Im richtigen Leben funktioniert das auch.
    Funktioniert es hier?
    Oder fällt die Bestrafung der Abbaubetriebe in der Form aus, dass sie weitere 1Mio Tonnen heimischen Gesteins aus nicht genehmigten Flächen vermarkten können.
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    Fallen uns Westendorfer Egge, Riesenberg, Mattenberg etc. auch irgendwann auf die Füsse und müssen wir das dann wieder als gottgegeben hinnehmen?
    Werden die Experten dann wieder vollkommen verwirrt sein?
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    Dirk Reinecke
    Aktionsgemeinschaft Weserbergland-
    Arbeitsgruppe Bad Münder
    e-mail: daevdr@aol.com

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