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    Vorläufiges Abbau-Verbot am Papenbrink gefordert

    Politischer Gegenwind aus Todenmann: SPD-Vorsitzender zweifelt an Aussagen des "Barbara"-Geschäftsführers

    Todenmann (wer). Bis nicht eindeutig geklärt ist, ob die Steilwand des Steinbruchs am Papenbrink rutschgefährdet ist oder nicht, fordert Todenmanns SPD-Ortsvereinsvorsitzender Klaus Helmentag ein Verbot des unterirdischen Abbaus durch die Barbara Rohstoffbetriebe.

    Helmentag bezieht sich auf das von unserer Zeitung zitierte Gutachten der Technischen Universität Clausthal-Zellerfeld von 1995, das die Stabilität der Wand gefährdet sieht. Der Gutachter hatte eine Teil- oder Gesamtverfüllung der Steinbruchgrube gefordert, die letztlich aber auch keine volle Stabilität garantiere. Dagegen hatte Barbara-Geschäftsführer Martin Ziegler Entwarnung gegebenund eine Rutschgefahr der Wand wegen "anderer geologischer Gegebenheiten" dementiert.

    "Ich sehe mich außerstande, die Aussagen fachlich zu beurteilen", meint Helmentag. Folgendes Szenario hält der SPD-Ratsherr angesichts der Erfahrungen mit den Barbara-Rohstoffbetrieben an anderen Standorten aber nicht für ausgeschlossen: "Nach dem angeblich sanften unterirdischen Abbau schließt sich das Einlagern von kontaminiertem Versatz zur Stabilisierung des Steinbruchs an." Damit hätten die Rohstoffbetriebe nicht nur einen "feinen Schnitt" gemacht, sondern auch einen "Beitrag zum Erhalt des Berges" geleistet. Helmentag bleibt misstrauisch: "Da mir das Gutachten nicht bekannt war, stelle ich nunmehr die Aussage von Herrn Ziegler, ,10 000 Jahre Standsicherheit ohne Versatz'', doch sehr in Frage!" Solange nicht ausgeschlossen werden könne, dass ein mögliches Abrutschen der Steilwand nur durch Einbringen von Versatz zu verhindern ist, sei der Abbau zu untersagen, fordert Helmentag.

    Diese Haltung decke sich auch mit einem Beschluss der Stadt Porta Westfalica vom 28. Oktober 2002, in dem jeglicher Versatzeinbau abgelehnt werde.

 

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    Gutachter sieht Gefahr - Geschäftsführer nicht

    Gesteinsabbau im Steinbruch beginnt 2006 / Unterschiedliche Aussagenüber Sicherheit der Steilwand

    Todenmann (la). Rund fünf Millionen Euro investieren die "Barbara"-Rohstoffbetriebe in die Wiederbelebung des Steinbruchs "Bergmannsglück" am Papenbrink. In dem Bergwerk soll ausschließlich unter Tage gearbeitet werden. Zurzeit wird, mit Hilfe eines vierarmigen Bohrwagens und durch einige computergesteuerte Sprengungen, eine Kammer für die Aufbereitungsanlage aufgefahren. 270 Meter lang, neun Meter breit und 23 Meter hoch soll diese werden. Für 2006 ist die Aufnahme des Betriebes geplant.


    Im Bergwerk "Bergmannsglück" haben die Mitarbeiter der "Barbara"-Rohstoffbetriebe die Arbeiten mit dem neuen Bohrwagen aufgenommen. Foto: la

    Rund 500 000 Tonnen Gestein sollen dann pro Jahr abgebaut werden. Der genehmigte Rahmenbetriebsplan für die nächsten 15 Jahre sieht den Abbau von 16 Millionen Tonnen Gestein vor.

    Dabei wird der Berg regelrecht unterhöhlt, und es stellt sich die Frage, ob auch in Todenmann ein Bergrutsch zu befürchten ist. In dem Punkt gibt der Geschäftsführer der "Barbara"-Rohstoffbetriebe, Martin Ziegler, Entwarnung: In "Bergmannsglück" sei ein Bergrutsch, ähnlich dem in Steinbergen, wegen anderer geologischer Gegebenheiten "unmöglich". Im Gegensatz zu Steinbergen stehe die 700 Meter lange und 90 Meter hohe Wand nicht in Ost-West-, sondern in Nord-Süd-Richtung. "Das bedeutet, dass die Gesteinsschichten in den Berg rutschen müssten und das ist nicht möglich", so Ziegler.

    Außerdem entstehe die neue Grube in einem angemessenen Sicherheitsabstand zur Steilwand. "Die Standfestigkeit der Wand wird durch die Grube nicht berührt", verspricht Ziegler. Die Grube selber werde durch Sicherungspfeiler abgestützt.

    Allerdings existiert auch für den Steinbruch am Papenbrink eine gutachterliche Stellungnahme, die der Steilwand alles andere als Standsicherheit bescheinigt. Professor Reik von der Technischen Universität Clausthal geht von einer "fortschreitenden Böschungsverflachung im gesamten Bereich" aus, sofern keine Maßnahmen zur Stabilisierung erfolgen. In Teilbereichen sei auch "kurz- bis mittelfristig ein Gesamtversagen der Böschung nicht auszuschließen", so Reik. Eine Gesamt- oder Teilverfüllung der Steinbruchgrube sei aus Standsicherheitserwägungen "dringend geboten". Trotz dieser Maßnahme verbleiben nach Aussage des Gutachters "langfristig instabile, steile Felsböschungen".

 

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    Wieder Abbau im Steinbruch „Bergmannsglück“

    „Barbara“-Rohstoffbetriebe investieren 5 Millionen Euro / Verwertung unter Tage / „Anwohner werden nicht belästigt“

    Todenmann (la). Der Steinbruch „Bergmannsglück“ wird wiederbelebt. Der Hauptbetriebsplan wurde von den Bergämtern Kamen und Clausthal genehmigt. 2006 wird mit dem Erzabbau und dem Verkauf der ersten Baustoffe für den Hoch- und Tiefbau begonnen.


    Der Geschäftsführer der „Barbara“ Rohstoffbetriebe, Martin Ziegler, präsentiert im neuen Bergwerk den Bohrwagen. Foto: la

    In dem neuen Bergwerk wird ausschließlich unter Tage gearbeitet. Vom Abbau bis zum Zerkleinern und Sortieren der Steine geschieht alles unter der Erde. Lediglich der Abtransport wird mit Lastwagen über die Straße geleitet. „Das Verkehrsaufkommen ist aber nicht sehr hoch“, verspricht „Barbara“-Geschäftsführer Martin Ziegler. Durchschnittlich sieben, maximal 21 Lastwagen würden das Gelände pro Stunde verlassen. Davon fahren 70 Prozent über Kleinenbremen ab und nur 30 Prozent, also zwei bis sechs Lastwagen pro Stunde, durch Todenmann. „Darin sehe ich keine Belastung für die Bürger in Todenmann. Durch die Bückeburger Umgehungsstraße wurden wir ohnehin schon entlastet“, meint Ortsbürgermeister Walter Möller dazu.

    Auch sonst seien fast keine Belastungen durch den Gesteinsabbau zu erwarten, erklärte Ziegler. „Die Anwohner brauchen weder Lärm noch Dreck zu fürchten, da ja nur unter Tage gearbeitet wird.“ Er gab aber zu, dass die nahen Anwohner von den Sprengungen etwas bemerken könnten. „Sollte es hier zu stärkeren Beeinträchtigungen kommen, bitten wir die Bürger, sich an uns zu wenden, damit wir reagieren können“, bat Ziegler. Eine Gefahr für die anliegenden Häuser bestehe aber nicht.

    Die „Barbara“ Rohstoffbetriebe investieren rund 5 Millionen Euro in das neue Bergwerk. Für eine Millionen Euro wurde jetzt ein Bohrwagen mit vier Armen angeschafft, mit dem unter Tage gearbeitet werden soll. Die Bohrungen und Sprengungen werden computergesteuert vorgenommen.

    Rund 500 000 Tonnen Gestein sollen pro Jahr abgebaut werden. Der genehmigte Rahmenbetriebsplan für die nächsten 15 Jahre sieht den Abbau von 16 Millionen Tonnen Gestein vor. „Der Betrieb des neuen Bergwerkes ist für die nächsten 40 Jahre gesichert und so lohnt sich die Investition auch“, erläuterte Ziegler.

    Bis 2006 werden nur vorbereitende Maßnahmen vorgenommen. Die Mitarbeiter müssen den Umgang mit der neuen Bohrmaschine erlernen, und die erste Kammer wird aufgefahren. Sie wird 270 Meter lang, neun Meter breit und bekommt eine Höhe von 23 Metern. Hier wird dann 2006 mit dem Abbau begonnen.

    „Die vorbereitenden Maßnahmen unterscheiden sich aber nicht von dem Abbau“, sagte Ziegler. Schon jetzt würden Sprengungen vorgenommen, werde Gestein abgefahren. Die Kammer werde mit Pfählen gesichert, die 10 000 Jahre stabil stehen. So sei ein Versatz auszuschließen. Außerdem pries der Geschäftsführer den Untertageabbau als ökologisch und naturfreundlich an. Fauna und Flora würden nicht belastet, die Anwohner nicht durch Lärm oder Staub belästigt, und trotzdem könnten zum Straßen- und Häuserbau Steine aus der Region genutzt werden und müssten nicht von weit her angeliefert werden.